Jacqueline und das Gedenken an den Opa
„Meine Verbindung zum SC Magdeburg begann schon lange bevor ich alt genug war, selbst einen Ball zu werfen. Sie begann mit meinem Opa. Er wurde in Magdeburg geboren und spielte einst selbst Feldhandball in der 1. Mannschaft des SC Magdeburg. Für ihn war Handball nie nur ein Sport – es war ein Stück Heimat, Stolz und Identität. Dieses Gefühl hat er mir von klein auf mitgegeben.
Schon als Kind nahm er mich mit in die Bördelandhalle. Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie wir gemeinsam die alten Spieler grüßten, die er noch aus seiner aktiven Zeit kannte – darunter auch Legenden wie Bubi Wende. Bei einem Saisoneröffnungsspiel durfte ich mit meinem Opa sogar in den VIP-Bereich, weil er einige der früheren Spieler persönlich kannte. Ich war damals 14 Jahre alt und stand plötzlich meinen Idolen gegenüber. Ich war völlig überwältigt – und unendlich glücklich.
Durch meinen Opa habe ich mit sieben Jahren selbst angefangen, Handball zu spielen. Und obwohl ich in der Nähe von Berlin aufgewachsen bin, gab es für mich nur einen Weg: das Sportgymnasium in Magdeburg. Denn mein Handballherz hat schon immer in Magdeburg geschlagen – genau wie seins.
Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an
Ein Beitrag geteilt von DAIKIN HBL (@daikin_hbl)
Am 7. Januar 2022 ist mein Opa verstorben. Unser letztes Gespräch drehte sich – wie so oft – um den SCM. Wir sprachen darüber, ob es der Verein nach 21 Jahren endlich wieder schaffen würde, Deutscher Meister zu werden. Ich weiß noch, wie sehr er sich das gewünscht hätte. Am 2. Juni 2022 stand ich kurz nach meinem 30. Geburtstag in der GETEC Arena. Der SC Magdeburg spielte gegen Balingen – und wurde an diesem Abend tatsächlich nach 21 Jahren wieder Deutscher Meister. Als die Schlusssirene ertönte, musste ich weinen. Aus Freude. Aus Stolz. Und weil ich in diesem Moment so intensiv an meinen Opa gedacht habe. Ich hätte mir so sehr gewünscht, dass er dabei sein könnte.
Heute hängt die Eintrittskarte von diesem unvergesslichen Spiel eingerahmt in meinem Wohnzimmer – direkt neben einem Foto meines Opas. Für mich sind sie mehr als Erinnerungen. Sie sind ein Symbol dafür, was der SC Magdeburg für meine Familie bedeutet: Leidenschaft, Zusammenhalt und eine Liebe, die Generationen überdauert.“
Anne und „der Lottogewinn ihres Lebens“
„Meine absolute Lieblings-SCM-Geschichte ereignete sich im 2023. Im Juni erkrankte ich an Corona und konnte dadurch beim letzten Heimspiel von Bezo nicht dabei sein, was ich sehr traurig fand. Zu der Zeit war das Hinfiebern auf das Champions League Final Four in Köln riesengroß. Ich machte bei einem Gewinnspiel des SCM mit, um Karten für das Wochenende in Köln zu gewinnen.
Es war am 14.06. – mein letzter Krankentag mit Corona zuhause –, als ich am Nachmittag eine Nachricht bei Facebook bekam, mit dem Glückwunsch, dass ich zwei Karten für Köln gewonnen habe. Das war so unglaublich, dass ich im Chatverlauf nachschaute, ob es auch wirklich der echte Account des SCM war. Dann kam die riesengroße Freude über den Gewinn der Karten.
Getrübt wurde sie, da ich arbeiten musste und zudem am Wochenende zu meinem 34. Geburtstag eingeladen hatte. Doch meine Familie überzeugte mich zu fahren. Obwohl mein Mann so gut wie gar nichts mit Handball am Hut hat, wollte ich ihn dabei haben und konnte ihn durch viel Überredungskunst überzeugen. Nach einer schlaflosen Nacht auf Arbeit ging es zusammen nach Köln.
Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an
Ein Beitrag geteilt von SC Magdeburg (@scmagdeburg)
Das spektakuläre Halbfinale war der Wahnsinn und einfach unglaublich. Die Krönung folgte am 18. Juni 2023, einem Geburtstag, der für mich immer ganz oben stehen wird. Unverhofft bin ich durch ein Gewinnspiel zum Final Four nach Köln gereist – und am Ende gewinnen die Jungs auch noch den Titel. So viele glückliche Zufälle auf einmal: Es fühlte sich an wie der Lottogewinn meines Lebens.“
Sara und der „kleine Gisli“
„Schon als kleines Kind war ich mit der ganzen Familie immer in der Getec-Arena, Stammplätze hinter dem Tor auf den Bänken. Ich bin quasi dort aufgewachsen. 2016 bin ich mit meinem Freund zusammengekommen – ebenfalls großer SCM-Fan. Von da an waren wir dann gemeinsam regelmäßig in der Halle, haben Spieler kommen und gehen sehen.
2022 haben wir dann erfahren das wir einen kleinen Jungen erwarten. Nach einem Namen mussten wir nicht lange suchen. Es sollte ein isländischer Name sein, der unseres Lieblingsspielers. Schnell war klar, er soll Gisli heißen. Mittlerweile ist der „kleine Gisli“ schon über 2 Jahre alt und hat seinen Namensvetter bereits kennenlernen dürfen.“