Jetzt gibt es keine leichten Gegner mehr – diese Worte hört man dieser Tage oft von den Spielern. Doch gibt es die bei einer Europameisterschaft überhaupt irgendwann? Fakt ist: Mit Serienweltmeister Dänemark, Europameister Frankreich, dem Olympia-Zweiten Deutschland und Olympia-Dritten Spanien, Co-Gastgeber Norwegen und WM-Halbfinalist Portugal ist die Qualitätsdichte der 1. Hauptgruppe hoch. Die drei Vertreter vom SCM haben dementsprechend mit ihren jeweiligen Nationen einige Aufgaben vor der Brust.
Deutschland – Portugal 32:30 (11:11)
Das Team um Lukas Mertens haderte in den Anfangsminuten mit der Chancenverwertung. Wieder und wieder waren die Abschlüsse nicht genau genug, wurde zu sorglos mit dem Ball umgegangen, sodass die Portugiesen Aufwind bekamen (1:3, 6.). Es blieb spannend, weil auch der Gegner seine Bälle nicht im Tor unterbrachte. Der Magdeburger Linksaußen trug sich derweil erstmals beim 6:7 (17.) in die Torstatistik ein, als er nach einem Steal den Gegenstoß erfolgreich einnetzte, in der 28. Minute traf er zum 11:9.
Bis zur 36. Minute war Portugal allerdings wieder vorn (13:15) und die Begegnung blieb schwankend. Zur 47. Minute ging Deutschland mit 22:20 in Führung. Trotz Roter Karte für Kapitän Golla entschieden Mertens und Co. das Spiel in der körperbetonten Schlussphase aber für sich – mit drei Toren des Magdeburgers.
„Das war ein zähes Spiel, weil beide Mannschaften schwierig in das Spiel gekommen sind. Gerade am Anfang gab es viele technische Fehler. Das war wirklich keine gute Halbzeit von uns, aber die Portugiesen haben es ähnlich gemacht“, resümierte Mertens im Anschluss. „In der zweiten Halbzeit stehen wir in der Abwehr sehr gut und gewinnen es dann verdient.“
Spanien – Norwegen 34:35 (16:16)
Spanien legte mit Tempo vor (4:2, 8.), konnte die Taktung aber nicht halten. Die Fehler des Gegners ausnutzend, übernahm Norwegen (7:8, 9) und es zeichnete sich früh ab, dass dieses Spiel mit einer gewissen Dramatik verbunden sein würde. Bis zur Pause hatten die Iberer, die diesmal nicht mit Sergey Hernandez im Tor begannen, wieder ausgeglichen.
Da sein Positionspartner stark parierte, beobachtete Hernandez die Partie überwiegend von der Seitenlinie aus – und damit auch, wie sein Team in der 46. Minute mit 26:23 in Front ging, den Vorsprung verspielte (29:30, 54.) und letztlich ohne Punkte blieb. Sein einziger Einsatz war in der 18. Minute bei einem Strafwurf, den er aber nicht abwehren konnte.
Frankreich – Dänemark 29:32 (12:11)
Hier war von Anfang an Thermik in der Partie. Jede Aktion wurde von der ausverkauften Boxen Arena tonal begleitet, kaum eine Sekunde verging ohne Rufe und klatschen. Dazu kamen zwei Mannschaften, die sofort Energie auf dem Feld versprühten und die sich sportlich auf Augenhöhe präsentierten. In der 13. Minute ging das Team um Kapitän Magnus Saugstrup erstmals in Führung (4:5), doch Frankreich ließ sich nicht abschütteln, machte in der 26. Minute das 10:8.
Immer wenn Dänemark ausglich, erhöhte L’Equipe wieder – bis zur 40. Minute. Da stellten die Skandinavier via Doppelschlag auf 17:19. Es folgte das 20:20, und wieder war die Spannung greifbar. Erst in der Schlussphase entschied Dänemark das Spiel für sich. Auch Dank einer starken Abwehrleistung von Magnus Saugstrup, der zudem ein Tor erzielte.
SCM-Spielplan, 23. Januar
Nachdem Herning vorgelegt hat, geht es auch in Malmö zur Sache – mit ganz viel Magdeburger Beteiligung. Dabei gehen Schweden, Slowenien und Island mit je zwei Punkten ins Rennen, Ungarn, die Schweiz und Kroatien stehen bei null.
„In der Hauptrunde darf ich mir keine Fehler mehr erlauben. Jedes Spiel wird hart, deshalb müssen wir uns gut erholen. Ich muss wirklich jede Minute nutzen, um mich zu regenerieren und taktisch vorzubereiten“, sagte Matej Mandic vor dem Duell gegen Island – bei dem er auch gegen seine isländischen Teamkollegen antreten darf.
15.30 Uhr // Island vs. Kroatien
18.00 Uhr // Schweiz vs. Ungarn
20.30 Uhr // Slowenien vs. Schweden
Alle Spiele werden bei Dyn übertragen.
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