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SCM EURO-TAGEBUCH #14: Handball-Drama in Malmö

Matej Mandic jubelt den Fans zu
Matej Mandic lässt sich von den Fans feiern (Foto: imago)

Zwei Unentschieden, die das Aus bedeuten könnten und ein Sieg, der wegweisend ist. Bei der Handball-Europameisterschaft war wieder einiges los. Die neuesten Ereignisse rund um die SCM-Spieler gibt’s hier im Überblick.

Drei Spiele in Malmö, neun Magdeburger im Einsatz – SCM-Fans kamen bei der schwedischen Hauptrunde wieder einmal auf ihre Kosten. Und das nicht nur, weil sie ihre Lieblinge in der bundesligafreien Zeit auf dem Spielfeld sehen konnten. Denn beim Duell um die Halbfinal-Tickets gab es einiges an Spannung.

Schweiz – Island 38:38 (19:20)

Beim ersten Spiel des Tages ging es gleich mit Tempo zur Sache. In der fünften Minute machte Gisli Kristjansson das 3:3 für Island, nach zehn gespielten Minuten hatten beide schon 7 Treffer erzielt und bis zur Halbzeit waren bereits 39 Tore gefallen. Da Island in dieser Phase allerdings des Öfteren zu nachlässig mit dem Ball umging, konnte sich die Schweiz einen Vorteil erspielen (13:10, 21.). Allerdings ging Island dank eines guten Aufbauspiels trotzdem mit einer Führung in die Pause.

Kurz nach Wiederanpfiff traf Kristjansson zum 21:22 (34.), doch dann zog die Alpennation erneut an (27:24, 39.). Nicht zuletzt, weil Island abermals zu fehlerhaft agierte. Erst in der 59. Minute reichte es zum 38:38-Ausgleich. Die letzte Chance zum Sieg konnten die Blau-Weißen dann aber nicht nutzen. In dem knappen Duell standen letztlich fünf Tore und neun Vorlagen von Magdeburgs Nummer 10 zu Buche, Omar Ingi Magnusson traf dreimal. Auf der anderen Seite blieb Manuel Zehnder ohne Treffer, Nikola Portner parierte sieben Bälle.

„Wir haben es ihnen in der ersten Halbzeit zu leicht gemacht und zu viele Tore kassiert. Irgendwie sind wir nicht reingekommen. Ich weiß nicht, warum wir heute nicht bereit waren“, sagte Kristjansson enttäuscht. „Die Schweiz hat das gut gemacht, war dominant und clever. Wir wussten, dass es hart wird und was wir zu tun haben – doch am Ende rennt uns die Zeit davon. Das war heute viel zu wenig von uns.“

Slowenien – Kroatien 25:29 (11:14)

Matej Mandic rückte bei Kroatien zurück in den Kader und stand in der Startformation – begann die Partie gleich mit mehreren Paraden. Bis zur 7. Minute blieb sein Kasten sauber, währenddessen hatte Kroatien schon zwei Treffer erzielt und legte dann direkt zwei nach. Mandic hielt derweil auch den folgenden Strafwurf und von da an war sein Team in der Spur.

Im zweiten Durchgang behauptete Hrvatska die Führung zunächst, lag auch zur 38. Minute noch mit vier (14:18) vorn. Dann setzte Slowenien zur Aufholjagd an, glich zum 18:18 (42.) aus. Doch das Pendel schlug erneut um, sodass die Anzeigetafel zur 47. Minute ein 19:22 vermeldete und sich letztlich Kroatien die Punkte sicherte – auch dank sieben Paraden und einem Tor von Matej Mandic, der nach Abpfiff zum Spieler des Spiels gewählt wurde.

„Wir haben großartig begonnen und verdient gewonnen. Wir haben Charakter gezeigt und wissen, dass wir jetzt gute Chancen für das Halbfinale haben“, sagte ein euphorisierter Mandic nach dem Spiel, der mit Kroatien noch einen Sieg gegen Ungarn braucht, um in die K.o.-Runde einzuziehen. „Sie werden hochmotiviert sein. Jedes Spiel ist hart umkämpft, jedes Spiel ist wie ein Finale. Aber wir haben ein paar Stunden Vorsprung und müssen diesen nutzen. Wir gehen mit 100 Prozent in diese Begegnung und kämpfen um jeden Ball.“

Schweden – Ungarn 32:32 (14:16)

Felix Claar eröffnete für die Schweden, die sich in der schnellen Partie mit Ungarn von Beginn an ein Duell auf Augenhöhe lieferten. Meist war es der Magdeburger Mittelmann, der den schwedischen Motor anwarf und für Treffer sorgte. Beim Stand 8:7 (13.) hatte er viermal ohne Fehlversuch eingenetzt. Während Albin Lagergren und Oscar Bergendahl ebenfalls in der ersten Sieben standen, kam Daniel Pettersson zunächst nur für die Siebenmeter – wie bei seinem 12:11 (20.). Mit voranschreitender Spielzeit schlugen die Magyaren allerdings aus ihrer Körperlichkeit Profit und gingen in Führung (14:16, 30.).

In der zweiten Halbzeit kam Pettersson auf Rechtsaußen und erzielte prompt den Ausgleich, bevor Claar das 20:19 (38.) machte und auch den nächsten Ball – via Kempa – im Tor unterbrachte. Doch Ungarn hielt weiter dagegen und so teilten sich beide die Punkte.

„Wir haben ein paar Probleme, machen aber auch einiges gut. Es war ein harter Kampf und leider lief es bei uns nicht rund. Jetzt fühl es sich nicht gut an, aber wir müssen weiter machen. Wir haben ein klares Ziel“, sagte Bergendahl, der ohne Treffer blieb. Lagergren und Pettersson trugen sich mit vier Toren in die Statistik ein.

Claar kam am Ende auf zehn Tore und drei Assists, wurde dazu zum MVP gekürt. Seine Meinung zur Begegnung: „Wir hätten dieses Spiel hätten gewinnen müssen. Wir kommen nie richtig rein und es geht ständig hin und her. Irgendwie fehlt uns der nötige Schwung, den wir vorher hatten. Ich bin total enttäuscht und sehr frustriert.“

SCM-Spielplan, 28. Januar

Beim SCM-Super-Mittwoch gibt es sechs Spiele mit Magdeburger Beteiligung. Sergey Hernandez und Spanien wollen weiter „alles reinwerfen“. Gewinnt das Team gegen Portugal, während Frankreich und Norwegen verlieren, stehen sie im Spiel im Platz 5.

Island kann derweil immer noch ins Halbfinale einziehen, ist aber abhängig von den anderen Ergebnissen. „Wir hatten es selbst in der Hand. Jetzt sieht alles anders aus, das ist sehr schmerzhaft. Gegen Slowenien geht es um alles“, blickte Gisli Kristjansson voraus.

Um 18 Uhr geht es dann in die nächste Runde des Showdowns. Kroatien ist gegen Ungarn gefordert, und kann mit einem Sieg den Halbfinal-Einzug perfekt machen. Ebenso geht es Deutschland gegen Frankreich. „Die Franzosen sind einer der Top-Favoriten bei der EM und ja auch Titelverteidiger. Ihr gutes Eins-gegen-Eins gepaart mit ihrer Wurfkraft aus dem Rückraum ist wirklich überragend“, sagte Lukas Mertens. „Hoffentlich können wir wiederholen, was 2024 bei Olympia passiert ist und hier ins Halbfinale einziehen.“

Danach kann Dänemark gegen Norwegen theoretisch etwas kürzer treten, weil das Halbfinalticket als Tabellenführer bereits gelöst wurde. Derweil geht es im zweiten Spiel, das um 20.30 Uhr angepfiffen wird, um alles. Die Schweiz darf nach dem SCM-Clash gegen Island gegen Schweden gleich ins nächste Vereinsduell, wobei Manuel Zehnder vor einer „sehr, sehr schweren Aufgabe“ warnt. „Besonders in ihrer Heimhalle wird es hart. Doch wir werden uns nicht verstecken“, sagt der Schweizer, der sich auf die nächste Begegnung mit ein paar Magdeburgern freut: „Natürlich macht es immer Spaß, wenn man gegen seine Teamkollegen spielt. Das ist eine extra Challenge.“

Auf der anderen Seite muss sich die Schweiz schnell nach dem Unentschieden gegen Ungarn fangen und zudem darauf hoffen, dass Kroatien und Island nicht punkten.

15.30 Uhr // Spanien vs. Portugal (zdf.de, Dyn)
// Slowenien vs. Island (zdf.de, Dyn)
18.00 Uhr // Deutschland vs. Frankreich (ZDF, zdf.de, Dyn)
// Kroatien vs. Ungarn (zdf.de, Dyn)
20.30 Uhr // Dänemark vs. Norwegen (sportschau.de, Dyn)
// Schweiz vs. Schweden (sportschau.de, Dyn)

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