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SCM EURO 2026 #3: Spanien und „der Joker in der Hinterhand“

Sergey Hernandez
Sergey Hernandez hofft auf eine gute EM mit Spanien (Foto: Szabo/kolektiff)

Die Europameisterschaft in Dänemark, Norwegen und Schweden wirft ihre Schatten voraus. Wir blicken mit Spielern des SC Magdeburg aufs Turnier. Teil 3: Sergey Hernandez und Spanien.

Nach zahlreichen Medaillen in den letzten Jahren, war die WM 2025 für die Spanier eine absolute Enttäuschung. Schon nach der Hauptrunde schied das Team aus, bei der EM zuvor wurde man nur Dreizehnter. Das die spanische Schule beliebter ist denn je, zeigt aber allein schon, dass vier Trainer von der Halbinsel bei dem bevorstehenden Turnier an der Seitenlinie stehen.

„Das ist eine andere Art Handball und eine Schule, in der es mehr um Taktik geht. Wie bewegt man die Defensive? Wie schafft man sich Räume? Das sind die Ansätze und nicht, auf Physis zu setzen und Durchbrüche zu kreieren, wie man es zum Beispiel von den Dänen kennt. Es geht darum, dem Gegner Schwächen zuzufügen“, erklärt Sergey Hernandez. „Wahrscheinlich liegt das auch daran, dass wir nicht diese körperlich starken Spieler haben, dass wir nicht den weltbesten Eins-Eins-Spieler haben. Wir kommen über die Mannschaft und zusammen schaffen wir es dann richtig gut, dagegen zu halten.“

Sergey Hernandez

Insofern wird es spannend, wenn die Hispanos direkt zum Auftakt auf Serbien und damit auf ein überaus physisches Team treffen. „Sie spielen wirklich sehr körperbetont. Bei den Spielern, die sie haben und dem System, das sie spielen, wird es schwer, sie zu schlagen. Marsenic, Kukic, Milosavljev – das sind alles Spieler, die nicht ohne Grund bekannt sind. Das wird gleich zu Beginn hart für uns. Umso wichtiger ist es, dass wir mit einem Sieg starten.“

Beim nachfolgenden Gegner Österreich werden bei Hernandez direkt Erinnerungen an die Europameisterschaft 2024 wach. Damals reichte es in der letzten Begegnung der Vorrunde nur für ein 33:33 und Spanien kam nicht in die nächste Runde. „Da hatten wir schon Respekt vor ihnen und jetzt umso mehr. Sie haben eine gute Mannschaft, aus der viele Akteure Bundesliga-Erfahrung haben. Die spielen ein gutes System und agieren mit viel Disziplin. Das macht viel aus.“

Zum Abschluss folgt der Klassiker Deutschland gegen Spanien – Lukas Mertens gegen Sergey Hernandez, wenn man mit SCM-Augen darauf schaut. „Da treffen meiner Meinung nach Stärke und Intelligenz aufeinander. Wir haben nicht die Kilos und die Schnelligkeit wie die Deutschen, aber wir haben eine Taktik, die uns das Spiel anders angehen lässt. Deutschland ist für mich einer der Favoriten bei der EM: Sie haben gute Jugendarbeit, mit Julian Köster einen der komplettesten Spieler, den ich seit langem gesehen habe und im Tor mit Andreas Wolff absolute Weltklasse. Das wird hart für uns.“

Worauf er bei den Spaniern setzt? „Wir haben einige junge Spieler dabei, die vielleicht noch nicht so bekannt sind. Da haben wir vielleicht einen Joker in der Hinterhand“, sagt Hernandez und ergänzt: „Dazu kommt unsere Defensive. Ich kenne Antonio Serradilla von seiner Zeit hier in Magdeburg gut. Wenn unsere Kommunikation passt, haben wir einen großen Vorteil. Insgesamt kommen wir über die Mannschaft, das macht uns stark.“

Terminübersicht

Der spanische Nationaltrainer Jordi Ribera hat sein Team zum 2. Januar in Pamplona zusammengerufen. Die Mannschaft bestreitet die letzten Testspiele vorm Turnier am 8. Januar gegen die Slowakei und am 10. Januar gegen Tunesien. Zudem soll ein weiteres Spiel am 11. Januar folgen.

EURO: GRUPPE A
15.01.2026, 18.00 Uhr // ESO vs. SRB
17.01.2026, 18.00 Uhr // AUT vs. ESP
19.01.2026, 20.30 Uhr // GER vs. ESP

Den gesamten Spielplan gibt es bei der EHF.

Es gibt sechs Vierergruppen, von denen je die ersten Zwei in eine der zwei Hauptrunden weiterziehen. Die Punkte werden mitgenommen. Dann qualifizieren sich jeweils die besten Zwei für das Halbfinale. Das Finale findet am 1. Februar statt.

Der gesamte Kader der spanischen Nationalmannschaft

Ignacio Biosca García (HBC Nantes), Sergey Hernández Ferrer (SC Magdeburg),  Ian Tarrafeta Serrano (HBC Nantes), Natan Antonio Suárez Diaz (Sporting C.P.), Álex Dujshebaev Dovichebaeva (KS Kielce), Imanol Garciandia Alustiza (Pick Szeged),  Marcos Fis Ballester (Club Balonmano Granollers), Agustín Casado Marcelo (HC Montpellier), Jan Gurri Aregay (Sporting C.P.), Daniel Dujshebaev Dovichebaeva (KS Kielce),  Antonio Serradilla Cuenca (TVB Stuttgart HB), Kauldi Odriozola Yeregui (HBC Nantes), Aleix Gómez Abelló (F.C. Barcelona), Ian Barrufet Torrebejano (F.C. Barcelona), Daniel Fernández Jiménez (F.C. Barcelona), Abel Serdio Guntin (Wisla Plock), Javier Rodríguez Moreno (Sport Lisboa e Benfica), Víctor Romero Holguin (Sporting C.P.).

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