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TRAINER BENNET WIEGERT ZUM SIEG IN COBURG: „WIR HABEN ZWEI PUNKTE MEHR“

SCM-Feldspieler Tim Hornke beim fairen Handshake mit einem Spieler des HSC Coburg nach dem Spiel.
Foto: Svenja Stache

Was unter dem Strich nach den 60 Minuten in Coburg zählt: Der SCM hat 28:26 gewonnen. Vor der Länderspielpause sind die Grün-Roten mit 8:4 Punkten auf Platz 6 in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga. Es ist eine Saison, in der Überraschungen großgeschrieben werden.

So ein überraschendes Ergebnis hat der SCM beim Aufsteiger und Tabellenletzten vermieden. Nach 13 Minuten 7:4 vorn, die folgenden 22 Minuten mit 7:13 verloren, die restlichen 25 Minuten mit 14:9 gewonnen. Am Ende waren die Grün-Roten den Tick cleverer und erfahrener, hatten den Killerinstinkt in der Crunchtime. „In der 40. Spielminute haben wir erst wieder die Wende durch einige Veränderungen im System bekommen und gewinnen dieses Spiel dann am Ende“, analysierte SCM-Trainer Bennet Wiegert. Dazu beigetragen haben aber auch Coburger Fehler wie versiebte freie Bälle und vergebene Siebenmeter und ein stark haltender SCM-Torwart Tobias Thulin. „Tobbe“ kam auf 13 Paraden (darunter zwei Siebenmeter) im Spiel. Im Angriff steigerten sich die Magdeburger Jungs von 58 Prozent Wurfquote (11 Fehlwürfe) vor der Pause auf 64 Prozent (8 Fehlwürfe) in den zweiten 30 Spielminuten. HSC-Geschäftsführer Jan Gorr zeigte sich mit der Leistung seiner Mannschaft sehr zufrieden, auch wenn die Coburger weiter auf die ersten Punkte warten müssen. „Wir hatten eine echte Spitzenmannschaft bis zur letzten Aktion am Schlafittchen. Unsere Truppe hat toll gekämpft. Viel Bewegung, klasse Beinarbeit in der Abwehr und ein tolles Überzahlspiel. Zudem bot Konstantin Poltrum 60 Minuten lang starke 16 Paraden“, sagte Gorr, der aber auch Defizite entdeckte und in den letzten Minuten den „Killerinstinkt“ vermisste. „Es gab ein paar freie Bälle, die wir nicht genutzt haben. An dieser Stelle müssen wir da sein, wenn uns der große Wurf gelingen soll.“

Coach Bennet Wiegert grübelte: „Ich weiß nicht, wie ich diesen Sieg bewerten soll. Ich bewerte es erst einmal so, dass wir zwei Punkte mehr haben und ich glaube, wir können und müssen viel besser spielen und uns ganz anders präsentieren. Der aktuelle Handball ist sehr fehlerbehaftet und ich kann mir nicht erklären, woran dies liegt. Ich weiß nicht, ob es an der langen Pause oder am Lockdown liegt. Dagegen müssen alle Trainerkollegen der Bundesliga arbeiten und jede freie Minute nutzen, um mit den Spielern in Dialoge zu gehen.“

Das wird schwer ab der heute beginnenden Länderspielwoche. SCM-Trainer Bennet Wiegert gestern nach dem Abpfiff in Coburg: „Ich trainiere nächste Woche mit fünf Leuten. Das ist in Ordnung, weil ich froh bin, dass der SC Magdeburg 11 Nationalspieler hat, denn es ist Werbung in anderen Ländern für unseren Verein. Aber unter einer Pandemie diese Länderspiele zu organisieren, wenn ich merke, dass die Einschläge immer näherkommen, bereitet mir das Bauchschmerzen.“

Umso wichtiger, dass alle SCM-Nationalspieler am kommenden Montag gesund von den Spielen in der EM-Quali zurückkommen. Am 11. November steht für die Grün-Roten das Bundesliga-Spitzenspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen ohne Zuschauer in der GETEC Arena an.

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