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SCM-TRAINER WIEGERT: „WARUM MACHEN WIR NICHT DAS, WAS WIR BESPROCHEN HABEN?!“

2020-11-25_AlingsasHK

Nach dem 29:30 bei Alingsas HK kam SCM-Trainer Bennet Wiegert ein bisschen später zur Pressekonferenz nach der ersten Besprechung mit seiner Mannschaft in der Kabine. Auf der PK sagte der SCM-Coach: „Ich kann AHK und ihrem Trainer nur zum heutigen Sieg gratulieren. Die Idee war, dass wir mit Kampfgeist und Emotionen spielen würden, aber das geschah nicht. Zur gleichen Zeit machte Alingsas ein sehr gutes Spiel und sie sollten für eine gute Leistung gelobt werden.“ Die Gratulation nahm AHK-Kollege Mikael Franzen gern an: „Ich bin ein stolzer Trainer heute. Es ist wahrscheinlich unser größter europäischer Triumph aller Zeiten und es ist klar, dass es ein sehr schöner Sieg ist. Wir trafen auf eine Mannschaft, die in der vergangenen Saison in der Bundesliga Dritter wurde und Spieler wie Zeljko Musa hat, die das Halbfinale der Weltmeisterschaft entschieden haben und so weiter. Es fühlt sich offensichtlich großartig an und ich denke, wir sind des Sieges würdig. Tobias Thulin hat einige Monster-Paraden, als wir ein wenig naiv sind und sie aufholen lassen in der 2.Halbzeit. Es war ein Match, das von beiden Teams durch enorme Nachlässigkeit gekennzeichnet war und bei dem die technischen Fehler durch das ganze Match gingen. Aber ich denke immer noch, dass der Unterschied heute zu früheren Spielen darin besteht, dass wir nicht den Kopf hängen lassen, wenn wir Chancen verpassen. Wir ballen die Fäuste und versuchen stattdessen, den nächsten Ball zu nehmen. Dann ist unser Spiel, dass wir uns pushen müssen und dann kann man auch Fehler ausgleichen.“

Ob 26 oder 27 Fehlwürfe am Ende, ob 12 oder sogar 18 technische Fehler in den Spielstatistiken, der SCM erwischte in Alingsas einen gebrauchten Tag. Trainer Bennet Wiegert versuchte schon in den ersten beiden Auszeiten die Jungs wachzurütteln. „Warum machen wir nicht das, was wir besprochen haben? Wir nutzen unsere Chancen zum Tempospiel nicht und wollen den Ball ins Tor tragen. Nach zwölf Minuten haben wir schon sechs Fehlwürfe und drei technische Regelfehler“, war der Coach schon in der 13.Minute kurz vor einer Gefühls-Explosion.

Der SCM ließ den jungen Schweden immer wieder viele Möglichkeiten im Spiel. So bekam AHK das Match, das sie wollten. „Ich denke, sie waren ein wenig überrascht von uns. In der Bundesliga wird Handball auf eine bestimmte Art und Weise gespielt und nicht so, wie wir Handball spielen. Es macht nicht immer Spaß, kleine und schnelle Spieler zu treffen, und wenn Sie nicht daran gewöhnt sind, wird es anders sein“, glaubt AHK-Trainer Franzen. Sein Team lag am Ende bei der Wurfquote (58:53 Prozent) und der Angriffseffektivität (48:43 Prozent) vorn. Im Duell zweier starker Torhüter war Alingsas einen Tick besser als der SCM. Anton Hagvall kam auf 18 Paraden bei 47 Würfen (38%) und „Tobbe“ Thulin hatte 13 Paraden bei 44 Würfen (29%). So hielt Hagvall den Wurf von „Mika“ Damgaard und brachte blitzschnell den Ball wieder ins Spiel, wo dann Rechtsaußen Lindberg aus fast unmöglichem Winkel von der Torauslinie an Thulin vorbei ins lange Eck traf. Der Todesstoß für den SCM, grenzenloser Jubel bei AHK.

Die SCM-Torschützen auf dem EHF-Matchreport: Omar Ingi Magnusson 9, Lukas Mertens 4, Michael Damgaard 4, Zeljko Musa 4, Moritz Preuss 3, Christian O’Sullivan 2, Marko Bezjak 2, Tim Hornke 1.

P.S. Heute kommt der SCM nach der Bustour wieder in Magdeburg an, die Vorbereitung auf das Bundesliga-Ostderby am Sonntag um 14.50 Uhr (live bei SKY und MDR) beim SC DHfK Leipzig, die morgen noch in Balingen ranmüssen, beginnt.

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