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IHF Super Globe: Der SCM gegen Sydney im Livestream

Logos von Sydney Uni HC und SC Magdeburg mit dem IHF Super Globe-Logo.
2021-10-05_Sydney

Der SC Magdeburg eröffnet heute um 16.30 Uhr Ortszeit (15.30 Uhr deutscher Zeit) den IHF Super Globe 2021 im saudi-arabischen Jeddah (auch Dschidda) gegen den Sydney University HC. Das Spiel wird live auf dem YouTube-Kanal der IHF-Competitions übertragen. Um euch den Gegner etwas näher bringen zu können, haben wir vorab ein Interview mit dem ehemaligen THW Kiel-Spieler und heutigen Rechtsaußen des Sydney University HC, Bevan Calvert, geführt.

Es ist eine Geschichte wie ein Handball-Märchen: Bevan Calvert war der erste Australier, der in der EHF Champions League auflief und der erste Australier, der einen deutschen Titel errang. Calvert gab mit 34 Jahren sein Profidebut für den THW Kiel, bei dem er eigentlich als Spieler und Co-Trainer bei der zweiten Mannschaft tätig war. Chefcoach Filip Jicha beförderte den Rechtsaußen aus Verletzungssorgen in die erste Mannschaft. Es folgten das CL-Debüt gegen RK Zagreb, der erste Bundesligatreffer, die deutsche Meisterschaft, der Champions League Titel und schließlich der Pixum Super Cup. Außerdem führte er die australische Nationalmannschaft bei fünf Weltmeisterschaften als Kapitän an. Und das alles von einem Mann aus einem Land, in dem „Handball“ als ein Kinderspiel auf dem Schulhof gilt. Nun folgt der nächste Schritt: mit dem Sydney University HC nimmt er am IHF Super Globe teil und trifft auf den SC Magdeburg.

Bevan, was machst du derzeit?
Ich wohne mit meiner Familie in der Nähe von Kiel und arbeite für einen Online-Handel von Fitnessgeräten. Wirklich Handball gespielt habe ich tatsächlich seit meinem letzten Spiel für Kiel nicht mehr. Ich halte mich aber etwas bei einer Mannschaft in der Nähe fit.

Stehst du auch für den THW noch auf Abruf?
(lacht) Auf jeden Fall haben sie meine Handynummer. Aber ich denke, dass sie da künftig lieber jemanden aus der Zweiten holen. Die sind dann doch ein bisschen fitter und jünger als ich. Nach meiner Zeit in der Ersten muss ich sagen: ich habe das Beste aus Corona gemacht.

Wie kommt man in Australien zum Handball?
In meiner Kindheit hatte ich mich in einigen Sportarten ausprobiert und an meiner High School gab es einen Handball-Kurs. Ich nahm teil und war sofort von der Sportart begeistert. „Handball“ ist in Australien eigentlich ein Kinderspiel auf dem Schulhof mit einer Art Tennisball gegen eine Wand. Will man Leute auf die eigentliche Sportart ansprechen, muss man tatsächlich von „European Handball“ oder „Olympic Handball“ sprechen. Nach den Olympischen Spielen 2000 in Sydney gab es zwar einen kleinen Aufschwung im australischen Handball, aber es ist noch immer recht unbekannt. In den größeren Städten gibt es kleine Ligen.

Was verbindet dich mit der Sydney Uni?
Den Manager des Teams kenne ich noch von meiner Zeit bei der Nationalmannschaft. Wir haben derzeit eine außergewöhnliche Situation, weil es wegen des Corona-Lockdowns ein Ausreiseverbot in Australien gibt und die eigentlichen Spieler das Land somit nicht verlassen dürfen. Daher besteht das Team für den Super Globe nun aus vielen Spielern aus aller Welt, die beispielsweise mal ein Auslandssemester in Australien hatten.

Kennst du alle aus deinem Team?
Nahezu niemanden. Wir treffen uns alle erstmals zu einem kurzen Trainingslager in Saudi-Arabien und lernen uns kennen.

Wie gut kennst du den SCM und Magdeburg?
Ich verfolge die Bundesliga natürlich schon sehr lange und der Verein hat eine große Tradition. Sie sind sehr eingespielt und spielen einen tollen Tempo-Handball.

Wie siehst du eure Chancen und worin den Reiz des Super Globe?
Die Zeit bei Kiel hat schon große Lust auf ein höheres Niveau gemacht. Und jetzt die Chance zu haben, wieder auf einem ähnlichen Niveau zu spielen ist einfach fantastisch. Der Respekt ist groß und ich bin da auch eher realistisch. Aber vielleicht gelingt uns ja eine kleine Überraschung.

Der größte Unterschied zwischen Australien und Deutschland?
Das Wetter. Das ist in Deutschland katastrophal. Aber ansonsten würde ich sagen, dass Australier im Allgemeinen etwas offener und lockerer sind. Lockerheit muss man sich in Deutschland immer erst verdienen.

Das Interview ist ein Auszug aus unserer Ausgabe des „Handballkuriers“ zum IHF Super Globe. Die komplette Ausgabe findet ihr hier.

Einen Spielplan des Super Globe findet ihr hier.

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