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40 JAHRE OLYMPIASIEG 1980 – SCM-HELD HARTMUT KRÜGER: „IMMER AM KOPF VORBEI“

Das große Spiel begann. Heute vor 40 Jahren um 18.30 Uhr war Anwurf zum Olympia-Endspiel 1980 in Moskau zwischen Gastgeber Sowjetunion und der DDR. Es wurde ein Gänsehaut-Spiel mit Herzschlag-Finale. Die DDR gewann 23:22 (20:20, 10:10) nach Verlängerung gegen den großen Favoriten. Für das Team der Trainer Paul Tiedemann und Klaus Langhoff waren fünf SCM-Spieler als Gold-Jungs dabei. Wieland Schmidt, Hartmut Krüger, Ernst Gerlach, Günther Dreibrodt und Ingolf Wiegert sind verewigt als Handball-Helden und haben ihren Platz in der „Hall of Fame“ in der GETEC Arena.

Geschichten, die das Leben schreibt. „Heute Vormittag hat mich mein damaliger Partner auf Linksaußen, Rainer Höft von Dynamo Berlin, angerufen und wir haben in Erinnerungen von dem historischen Sieg geschwelgt“, erzählt Hartmut „Krügi“ Krüger. „Das Bild, wo ich Wieland nach seiner entscheidenden Parade in letzter Sekunde beim Abpfiff auf dem Spielfeld hinterher gerannt bin, habe ich zuhause in Biederitz. Ein tolles Foto“, strahlt „Krügi“, bei dem das Handy heute oft klingelte. Am Neuen Palais im Schloß Sanssouci in Potsdam. Hartmut und seine Frau Vera sind auf Zwei-Tages-Reise, haben fast auf den Tag genau mit Olympiagold noch einen goldigen Grund zum feiern. Morgen haben sie ihren 44.Hochzeitstag. Geschichten, die das Leben schreibt.

Das Olympia-Finale war das sportliche Highlight neben dem privaten Glück. Hartmut Krüger hebt immer hervor, es war der Erfolg eines Teams. „Wir haben von unserer Geschlossenheit gelebt. Irgendjemand hat sich immer im richtigen Moment gesteigert. Von unserem Gegner habe ich im Gedächtnis, dass alle gefühlt 2,50 m groß waren. Aber wir hatten keine Angst, haben an unsere Stärke geglaubt und waren locker im Spiel. Jeder von uns wusste, wenn wir dagegenhalten, dann können wir gewinnen. Wir waren alle sehr nervenstark.“ Ganz prägnant auch Linksaußen Hartmut Krüger. „Im Finale habe ich sechs Tore geworfen. Eines aus dem Feld und alle fünf Siebenmeter verwandelt. Immer am Kopf vorbei und in die gleiche Ecke geworfen. Die Sowjetunion wechselte die Torhüter, aber sie haben spekuliert, dass ich wohl mal die Ecke wechsele.“

Na klar, Olympia auch eine politische Sache. Hartmut Krüger: „Wir wurden als Olympiasieger hin und her gereicht. Es gab mehrere Empfänge. Das waren wir auch von unseren großen Titeln mit dem SCM gewöhnt. Ganz klar muss ich sagen, in Magdeburg hatten wir schon immer die ehrlichsten Zuschauer. Die Arbeiter von SKET und den anderen Betrieben der Stadt. Hier haben wir und die Fans das Fluidum für Handball ganz besonders gelebt. Jeder Treff war mit Gänsehaut gewesen.“

So ist es auch noch heute: 40 Jahre nach dem legendären Olympiasieg der DDR-Handballer in Moskau.

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