Trainer Bennet Wiegert: "Wie Robert den Ball reingemurmelt hat, das hat Qualität!"
Wir sind Top 3! Unser SCM hat gestern Abend vor 6.600 enthusiastischen Zuschauern in der restlos ausverkauften GETEC Arena die Siegesserie von Spitzenreiter SG Flensburg-Handewitt in einem wahren Handball-Krimi gerissen. Der deutsche Meister verlor am Donnerstag das Bundesliga-Topspiel bei unseren Grün-Roten durch ein Tor von Robert Weber fünf Sekunden vor Schluss mit 23:24 (12:11) und kassierte damit nach 32 Erfolgen in Serie die erste Niederlage in der Liga seit über einem Jahr. Damals hatte Flensburg ebenfalls in Magdeburg mit 23:29 verloren.
„Ich gönne Robert Weber diesen Moment natürlich sehr. Man sieht auch, wie er sich über den Treffer freut. Nach zehn Jahren hat er es natürlich verdient, hier noch einmal richtig gefeiert zu werden“, lobte Sky-Experte Martin Schwalb unseren SCM-Rechtsaußen. Robert war happy: „Es war eines der Top 3 Spiele von der Atmosphäre, die ich in Magdeburg mitgemacht habe. Eine solche Stimmung in der Arena hat man in den letzten zehn Jahren selten erlebt. Alle hatten heute ihren Spaß, vor allem die Magdeburger.“ Im weiter, immer weiter auf einer Achterbahn der Gefühle im Handball-Krimi ging es für den Siegschützen der Partie Robert Weber: „Ich war gar nicht so recht drin im Spiel. Ich hatte nicht viele Aktionen und wenn, dann waren sie eher verkorkst. Beim letzten Mal habe ich es für unsere Mannschaft in Flensburg leider versemmelt. Heute hatte ich das Gefühl im Hinterkopf, ein Punkt ist uns sicher – und ich war entspannter beim Wurf. Dass der Ball dann den Weg ins Tor findet und man mit zwei Punkten dasteht, ist natürlich umso schöner. In dieser Saison stehen noch neun Spiele an – noch ist alles möglich.“ Daran glaubt auch Sky-Experte Martin Schwalb: „Glückwunsch an den SC Magdeburg. Für sie besteht die Möglichkeit, den zweiten Tabellenplatz (4 Punkte hinter Kiel, d.R.) noch zu erreichen. Deutscher Meister werden sie nicht mehr werden, aber der zweite Platz ist definitiv möglich und das würde die Champions League bedeuten. Machbar ist es und Magdeburg spielt eine tolle Saison.“
Gestern ließen die Grün-Roten im Angriff (18 Fehlwürfe, 4 technische Fehler) einige Chancen liegen, aber der Kopf blieb immer oben, gerade wieder in der Crunchtime. Im Tor hielt Jannick Green das Duell mit Flensburgs Benjamin Buric unentschieden. Beide hatten je 11 Paraden. Bemerkenswert in der Abwehr: Der SCM blieb wie schon in Minden (7:0) auch gegen Flensburg (0:3) ohne Zeitstrafe im Spiel.
Unser Trainer Bennet Wiegert sagte nach Abpfiff: „Ich freue mich für jeden Einzelnen, der hier in der Halle war. Die ganze Woche wurde ich auf dieses Spiel angesprochen und alle waren felsenfest davon überzeugt, dass wir gewinnen. Ich wusste, dass es ein hartes Stück Arbeit sein wird und so war es dann auch. Normalerweise wird unsere Spielweise bestraft, denn wir hatten mehrfach die Chance, auf drei Tore davonzuziehen. Aber dann geraten wir wieder in Rückstand (20:21/51.Minute, d.R.) und so spielt man nicht gegen Flensburg. Wir können froh sein, dass wir daheim angetreten sind unsere Qualität unter Beweis gestellt haben. Am Ende schreibt der Handball auch schöne Geschichten: dass Robert Weber den Ball in letzter Sekunde versenkt, der uns im Hinspiel das Unentschieden hätte retten können. Wie er den Ball reingemurmelt hat, das hat Qualität. Es freut mich ungemein für ihn, für uns und die Mannschaft. Wir wissen, dass wir uns alles hart erarbeiten müssen und auf uns warten noch harte Spiele.“ Nach drei Tagen frei vom Coach für die Spieler zum Abschalten und Relaxen mit den Familien, nimmt „Benno“ Wiegert das Team ab Montag wieder hart ran in der Vorbereitung auf das REWE Final Four im DHB-Pokal am 6./7. April. Robert Weber: „Wir fahren nach so einem Sieg gegen Flensburg mit ganz viel Selbstvertrauen nach Hamburg.“ Dort wartet im Halbfinale dann TSV Hannover-Burgdorf.

