SCM EURO 2026 #5: Dänemark und das EM-Trauma
Die Europameisterschaft in Dänemark, Norwegen und Schweden wirft ihre Schatten voraus. Wir blicken mit Spielern des SC Magdeburg aufs Turnier. Teil 5: Magnus Saugstrup und Dänemark.
Sie sind die Übermacht im Handball, haben zuletzt viermal in Folge – als erste Nation überhaupt – die Weltmeisterschaft gewonnen und gelten mit ihrer Vielzahl individuell hochklassiger Spieler bei jedem Turnier als Favorit. Einziger Wehmutstropfen: Bei Europameisterschaften wollte es zuletzt nicht richtig klappen. 2024 gab es eine bittere Finalniederlage nach Verlängerung gegen Frankreich, 2022 fuhr man mit Bronze nach Hause, 2020 war sogar schon nach der Vorrunde Schluss. Letztmals Gold gewann das Team bei der EM 2012.
„Das ist ein großes Thema für uns. Wir wollen endlich dieses Turnier gewinnen“, sagte Magnus Saugstrup und erklärt, warum das so schwer ist: „Bei einer EM gibt es so viele gute Mannschaften. Da kannst du dich nicht schonen oder irgendwie die Kräfte verteilen. Jeder Gegner kann gefährlich sein und dich bei dem Modus entscheidende Punkte kosten.“

Wichtig ist es seiner Meinung nach, gegen Auftaktgegner Nordmazedonien gut ins Turnier zu kommen. „Ich bin mit Nordmazedonien nicht so vertraut, aber der Erfahrung nach spielen sie eine sehr körperliche Deckung und greifen auch gerne aufs Sieben-gegen-Sechs zurück. Das ist eine Mannschaft, die viel über Emotionen funktioniert“, erklärt der 29-Jährige. „Es ist zentral, dass wir gut ins Turnier starten. Ein Sieg zum Anfang ist immer wichtig. Wir müssen auf den Punkt bereit sein.“
Gegen Rumänien soll die Serie dann fortgesetzt werden. Das Team, das sich aktuell hauptsächlich aus Spielern des Champions-League-Vertreters Dinamo Bucuresti und European-League-Teilnehmer Potaissa Turda zusammensetzt, konnte sich erst das vierte Mal in der Landesgeschichte für die Europameisterschaft qualifizieren. „Ich habe noch nie gegen sie gespielt. Die haben sich in den letzten Jahren zunehmend verbessert, aber da wissen wir nicht so richtig, was kommt“, sagt der Kreisläufer. „Doch wenn du bei einer EM dabei bist, hat das seinen Grund. Deswegen werden wir sie sicher nicht unterschätzen.“
Das Gruppenfinale gegen Portugal hat es dann zum Abschluss in sich. „Sie haben eine super Mannschaft und das unter anderem letztes Jahr bei der WM gezeigt, als sie gegen Deutschland gewonnen haben. Das ist eine junge Mannschaft, die immer besser und besser wird, über Benfica und Sporting viel Erfahrung hat und ein sehr hohes Tempo spielt.
Was den Dänen bei all den Herausforderungen hilft ist der Heimvorteil. Das Team von Trainer Nikolaj Jacobsen ist von Anfang bis Ende in Herning einquartiert und darf sich auf ausverkaufte Ränge im Handball-Tempel Boxen freuen. „Die Dänen mögen einfach Handball. Die Fans machen eine unfassbar gute Stimmung und das ist auch für uns wirklich beeindruckend. Sie machen alles für uns und geben uns das Gefühl, dass wir alles schaffen können.“
Terminübersicht
Die dänische Nationalmannschaft ist seit dem 2. Januar zusammen und bestreitet nun das Golden League Turnier in Holland. Dort trifft der Weltmeister am 8. Januar auf Norwegen und am 10. Januar auf Griechenland.
EURO: GRUPPE B
16.01.2026, 20.30 Uhr // DEN vs. MKD
18.01.2026, 20.30 Uhr // RUM vs. DEN
20.01.2026, 20.30 Uhr // DEN vs. POR
Den gesamten Spielplan gibt es bei der EHF.
Es gibt sechs Vierergruppen, von denen je die ersten Zwei in eine der zwei Hauptrunden weiterziehen. Die Punkte werden mitgenommen. Dann qualifizieren sich jeweils die besten Zwei für das Halbfinale. Das Finale findet am 1. Februar statt.
Der gesamte Kader der dänischen Nationalmannschaft
Emil Nielsen (FC Barcelona), Kevin Møller (SG Flensburg-Handewitt), Emil Jakobsen (SG Flensburg-Handewitt), Magnus Landin (THW Kiel), Johan P. Hansen (Skanderborg AGF Håndbold), Niclas Kirkeløkke 8SG Flensburg-Handewitt), Frederik Bo Andersen (HSV Hamburg), Magnus Saugstrup (SC Magdeburg), Lukas Jørgensen (SG Flensburg-Handewitt), Simon Hald (Aalborg Håndbold), Emil Bergholt (Skjern Håndbold), Mathias Gidsel (Füchse Berlin), Mads Hoxer (Aalborg Håndbold), Simon Pytlick (SG Flensburg-Handewitt), Rasmus Lauge (Bjerringbro-Silkeborg), Lasse Andersson (Füchse Berlin), Lasse Møller (SG Flensburg-Handewitt), Mads Mensah (Skjern Håndbold), Mads Svane (Bjerringbro-Silkeborg)

