Bennet Wiegert: "Ich bin sehr stolz auf diese Fans, auf diesen Verein, auf diese Mannschaft"

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Foto: Sascha Klahn

"Kiel war an diesem Wochenende die beste Mannschaft. Das ist relativ einfach. Ich kann da nur gratulieren. Uns ist aus verschiedenen Gründen, gerade in der 2.Halbzeit, ein bisschen die Luft ausgegangen. Ich kann trotzdem keinem meiner Spieler einen Vorwurf machen. Wir haben viel investiert. Leider kann es nur einen Pokalsieger geben und das ist der THW Kiel“, sagte SCM -Trainer Bennet Wiegert gestern nach der Siegerehrung auf der Platte in Hamburg. Im Finale hat sich der THW zum 28:24-Pokaltriumph gegen unseren SCM gekontert. Zwei Phasen waren entscheidend. An erster Stelle, als unsere Grün-Roten nach 13:10-Führung mit 13:14-Rückstand in die Halbzeitpause gehen. Und in der zweiten Hälfte der 1:10-Negativlauf von 15:14 auf 16:24. Ein bärenstarker Niklas Landin im THW-Tor (19 Paraden), eine "zweite Reihe", die Kiels Trainer Alfred Gislason im Endspiel „reinzockte“ und eine bärenstarke Abwehr verbauten den Magdeburger Jungs den dritten Pokalsieg nach 1996 und 2016. „Die Niederlage hatte einen ganz einfachen Grund: Wir haben unsere Chancen nicht so verwertet, wie wir das in der Vergangenheit gemacht haben“, analysierte unser Torhüter Dario Quenstedt nach Abpfiff. „Niklas Landin (wurde als bester Final Four-Torhüter ausgezeichnet, d.R.) hat  schon sensationell gut gehalten, dann ist es auch schwer,  zu gewinnen. Kiel war heute eindeutig die bessere Mannschaft und hat auch verdient gewonnen.“ Die Spezial-Statistik unserer Torhüter: beim 30:29-Zittersieg im Halbfinale gegen die TSV Hannover Burgdorf kam Jannick Green auf 7 Paraden bei 20 Gegentoren (Fangquote 25,9 Prozent) und Dario Quenstedt nach seiner mitentscheidenden Einwechslung in der Endphase auf 4 Paraden bei 9 Gegentoren (30,8 Prozent). Im Finale standen bei Jannick nach 44 Minuten Einsatzzeit 10 Paraden bei 22 Gegentoren (31,3 Prozent). Dario hatte in den letzten 16 Minuten des Finales seinen Anteil an der SCM-Aufholjagd mit 4 Paraden bei 6 Gegentoren und 40 Prozent Fangquote. Die doppelte Ehrung als MVP und bester Torschütze (21 Treffer) konnte unseren Michael Damgaard nicht trösten. Sky-Experte Stefan Kretzschmar lobte „Mika“: „Er ist einfach irre.“ Titelverdächtig war wieder die Unterstützung der SCM-Fans als Macht von den Rängen. Coach „Benno“ Wiegert: „Das ist fantastisch. Die Symbiose zwischen Magdeburger Zuschauern und der Mannschaft hat sich einfach entwickelt. Da haben wir vielleicht auch einen kleinen Beitrag zu geleistet. Ich bin sehr stolz auf diese Fans, auf diesen Verein, auf diese Mannschaft. Die Final-Niederlage tut heute richtig weh. Aber wenn wir hier wieder stehen, wollen wir nicht nochmal zugucken.“ Der THW feierte im Rampenlicht, unser SCM verfolgte das im Schatten am Spielfeldrand und gratulierte dem Sieger. Bitter die Verletzung von Albin Lagergren, der frustriert am Ende der 1. Halbzeit auf der Bank getaped wurde. Es probierte abseits der Platte, sich dann die Trainingsjacke anzog und nach Abpfiff in die Kabine schlich. Bennet Wiegert: „Mir tut es unheimlich leid für Albin, weil er wirklich traurig ist. Ich glaube, er hat sich den Fuß gebrochen. Die Ärzte gehen von einem Mittelfußbruch aus. Wir warten jetzt die Diagnose bei den weiteren Untersuchungen ab. Für ihn ist es am bittersten. Kein Vorwurf an Mads (Christiansen, d.R.), der für Albin reinkam. Er hat seit Wochen Ellenbogenprobleme und konnte nur dosiert trainieren. Wir wussten, wenn dieser Worst-Case-Fall eintritt, ist es ein Glücksspiel, dass es funktioniert oder nicht funktioniert. Deswegen mache ich Mads keinen Vorwurf. Wir können das als Mannschaft kompensieren.“ Auch Kiels Coach Alfred Gislason wusste: „Natürlich ist es schade, dass einer wie Lagergren sich verletzt und Magdeburg dadurch einen ganz wichtigen Mann verloren hat. Insgesamt haben wir super gespielt.“ Als SCM-Erfolgstrainer hat „Alli“ Gislason mit den Grün-Roten die größten Vereinstitel gewonnen. Nur den DHB-Pokal nicht. Den Pott gewann er gestern mit Kiel zum sechsten Mal im sechsten Endspiel. SCM-Ikone und Sky-Experte Stefan Kretzschmar strahlte seinen früheren Trainer an: "Das Final Four ist immer das Wochenende der Emotionen. Es ist so ein Wochenende, was Geschichte schreibt. Wenn du das jetzt siehst, wie Alfred Gislason seine Emotionen rausholt. Wie er sich vor die Fans stellt. Ich habe ihn noch nie so einen Pokal in die Luft stemmen sehen. Ich habe ihn noch nie so vor den Fans gesehen. Das nimmt einen schon mit, wenn du im Sport unterwegs bist, und siehst dann so eine Legende, die so etwas noch genießen und feiern kann. Der THW hat verdient diesen Pokal gewonnen. Sie haben überragend gespielt."