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SCM-News
1x Gold, 2x Bronze, 1x Top-Scorer: Wir sind stolz auf unsere 11 EM-Fahrer!
Foto: Beate Haar
Elf Spieler schickte der SC Magdeburg bei der Handball-Europameisterschaft 2022 in Ungarn und der Slowakei ins Rennen. Jeder von ihnen erlebte seine eigene Geschichte – eine endete mit der Goldmedaille.
„Unfassbar!“ – Ein Wort, das so viel über den Magdeburger Europameister Daniel Pettersson aussagt. Der Schwede kann den Final-Triumph mit seiner Nation noch immer nicht ganz realisieren. Und dabei stand seine Teilnahme lange Zeit auf der Kippe. Nach dem zweiten Vorrundenspiel wurde Dani positiv auf Covid19 getestet und musste in Isolation: „Das war richtig nervig. Ich war symptomfrei, hatte aber einen zu hohen Testwert.“ Allein mit Handy und Tablet auf dem Zimmer, dreimal täglich wurde Essen aufs Einzelzimmer geliefert – zwölf Tage und drei verschiedene Hotels später erhielt er endlich die erlösende Nachricht: „Am Morgen des Halbfinals erfuhr ich beim Frühstück, dass ich spielen darf.“ Die Erleichterung war groß und die Vorfreude auf das Halbfinale gegen Frankreich noch größer. Mit 34:33 gewinnt Schweden das Spiel und zieht ins Finale gegen Spanien ein. Im Endspiel gelingen Dani zwei wunderschöne und wichtige Tore – eines davon aus der eigenen Abwehr heraus: „Ich habe einen Ball abgefangen, sah, dass das Tor leer ist und habe einfach geworfen.“ Der Ball flog über das gesamte Feld ins spanische Tor. Der Rest ist Geschichte: mit 27:26 gewinnt Schweden das Finale der Europameisterschaft 2022. „Ich bin unglaublich stolz auf unser Team. Dass die vielen Nachnominierungen direkt so gut funktionieren ist nicht alltäglich. Nun freut sich das ganze Land mit uns.“
Zwei weitere Magdeburger haben mit Dänemark den Einzug ins Finale zwar knapp verpasst, freuten sich am Ende jedoch über Bronze: „Es ist eine Mischung aus ein wenig Enttäuschung und der Freude über Platz drei. Aber es ist immer gut, ein Turnier mit einem Sieg zu beenden. Es ist das dritte Turnier in Folge, bei dem wir eine Medaille gewinnen konnten“, so Magnus Saugstrup über das gewonnene Spiel um Platz drei gegen Frankreich (35:32). Auch bei Landsmann Jannick Green überwog die Freude über das versöhnliche Ende: „Es sind die Kleinigkeiten, die im Halbfinale über Sieg oder Niederlage entscheiden und gegen Spanien waren wir einfach nicht gut genug. Wir freuen uns über die Bronzemedaille, aber wir wollten alle mehr.“
Den fünften Platz sicherte sich die norwegische Nationalmannschaft um Christian O’Sullivan und Magnus Gullerud. „Wir sind nicht so gut ins Turnier gestartet, konnten uns dann aber von Spiel zu Spiel steigern. Leider haben wir das wichtige Spiel gegen Schweden verloren und konnten so nur noch um den fünften Platz spielen“, erzählt der SCM-Kapitän. Gullerud sieht es ähnlich: „Das Turnier war ein richtiges Auf und Ab mit guten Spielen und unnötigen Niederlagen. Wichtig ist, dass wir den fünften Platz erreicht haben und uns so für die WM qualifizieren konnten.“
Auch an den zwei großen Überraschungen der EM war der SC Magdeburg beteiligt. Zum einen mit Gisli Kristjansson und Omar Ingi Magnusson, die mit Island für Furore sorgten und sich mit einem sechsten Platz für die kommenden Turniere empfehlen konnten. Kristjansson: „Das war ein wunderschönes und geiles Erlebnis für mein Land und mit den Jungs zu spielen. Wir haben ein überragendes Spiel gegen Frankreich abgeliefert, das freut uns und das Land sehr.“ Isi-Kollege Magnusson sicherte sich zudem die nächste Torjäger-Kanone. Mit 59 Toren in acht Spielen landete Omar auf Platz eins der Torschützenliste. Da hätte auch die zweite Überraschung des Turniers gern noch ein Wort mitgeredet. Kay Smits und seine Niederlande machten in der Vorrunde ordentlich Dampf und qualifizierten sich für die Hauptrunde. Bis zu seiner Corona-Infektion verbuchte Kay starke 45 Tore in fünf Spielen und ist damit Vierter der Torschützenliste: „Ich bin sehr stolz auf unsere Leistung. Wir haben eine starke Gruppenphase gespielt und haben uns auch von den Infektionen nicht demotivieren lassen. Ich bin mehr als zufrieden und der zehnte Platz ist für uns ein starkes Ergebnis.“
Eine unvergessliche Europameisterschaft bleibt es auch für unsere beiden deutschen Nationalspieler Lukas Mertens und Philipp Weber. „Unvergesslich im positiven wie im negativen Sinne. Am Ende überwiegt der Stolz, dass ich mein Land bei der EM vertreten durfte. Auch, wenn es wegen der Corona-Infektion nur zwei Spiele für mich wurden. Aber dieses eine Spiel über 60 Minuten gegen Österreich werde ich nie vergessen. Was dann passierte ist kein Geheimnis und jeder weiß, wie stark das DHB-Team von den Infektionen betroffen war. Umso toller ist es, wie sehr wir Spieler zusammengehalten haben und uns präsentiert haben – egal ob nachnominiert oder von Beginn an dabei, jeder hat seinen Teil beigetragen“, blickt „Speedy“ zurück. Dass man auf dieser Leistung aufbauen kann, findet auch Philipp Weber: „Mit den ganzen Hiobsbotschaften, die wir während der EM einstecken mussten, hat sich ein toller Charakter in der Mannschaft entwickelt. Davon werden wir noch Jahre zehren. Mit den ganzen Einschränkungen, die wir im Team hatten, können wir mit Platz sieben recht zufrieden sein. Jetzt müssen wir mit dieser neu gewonnenen Qualität weiter hart arbeiten und dann blicke ich sehr positiv in die Zukunft mit dem DHB.“
Ähnlich erging es dem deutschen Gruppen-Gegner Polen und Piotr Chrapkowski: „Wir hatten eine gute Vorrunde und eine durchwachsene Hauptrunde. Wie viele aus dem Team konnte ich wegen der Corona-Infektion erst in der Hauptrunde eingreifen. Wir sind nicht unzufrieden mit unserem Abschneiden, aber etwas mehr als Platz zwölf wäre schön gewesen.“
In dieser Woche steigen die EM-Fahrer planmäßig wieder ins Mannschaftstraining ein und bereiten sich auf die Rückrunde vor, die schon am Sonntag mit dem DHB-Pokal-Viertelfinale gegen GWD Minden beginnt. Karten für die Partie findet ihr hier.
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