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„Matze“ Musche: „Es ist schon eine Qualität, am Ende cool zu bleiben“

Matthias Musche und Tim Hornke vom SC Magdeburg jubeln auf dem Feld.
2019-12-23_SCMgegenMelsungen_muscheundhornke

Gestern gab es beim SCM ein Deja vu gegen die MT Melsungen. Am 21. Dezember 2016 fand Mika Damgaard mit seinem Anspiel an den Kreis Zeljko Musa, der zum umjubelten 27:26 in letzter Sekunde traf. Gestern, am 22. Dezember 2019, war es wieder Mika Damgaard, der für Marko Bezjak und den 26:25-Siegtreffer vier Sekunden vor Abpfiff auflegte. In der 1. Halbzeit hielt Torhüter Jannick Green mit 8 Paraden den SCM im Spiel zum 10:10-Pausenstand. „Die Halbzeit hat uns geholfen, noch ein paar kleine taktische Veränderungen vorzunehmen, die aber erst später greifen. Über einen 4:0-Lauf kommen wir endlich rein ins Spiel und haben beim 25:23 alles in der Hand. Dann kann es nach dem 25:25 wieder in alle Richtungen gehen. Natürlich freuen wir uns jetzt darüber, am Schluss den entscheidenden Lucky Punch gesetzt zu haben“, sagte SCM-Trainer Bennet Wiegert. Wie bei jedem der letzten vier Bundesliga-Siege (in Ludwigshafen, gegen Flensburg, beim BHC und jetzt gegen die MT) wurde es ein Herzschlagfinale. „In der Bundesliga ist es aktuell gefühlt so, dass du höchstens mit einem Tor gewinnen kannst. Jedes Spiel ist Spitz auf Knopf, Wahnsinn. Das macht die Saison so spannend, so unausrechenbar. Wir haben nun bereits mehrere Spiele so knapp gewonnen. Ich finde es ist schon eine Qualität, am Ende cool zu bleiben. Wir machen unseren Job immer weiter, lassen uns nicht verrückt machen, wenn jemand rankommt und wissen, dass wir am Ende noch gewinnen können“, sagt SCM-Linksaußen Matthias Musche zur Mentalitätsstärke. Es war ein Duell auf Augenhöhe zwischen SCM und der MT. Ein schweres Spiel mit viel Abwehrarbeit und wenigen Toren. In der SCM-Abwehr überzeugte der starke Innenblock mit Piotr Chrapkowski und Erik Schmidt. Im Tor hielt Jannick Green (12 Paraden) fast ein Unentschieden gegen Melsungens Nebojsa Simic (14 Paraden). Im Angriff waren 21 Fehlwürfe und 4 technische Fehler lange Zeit der Grund, warum sich der SCM nicht mit mehr als zwei Toren absetzen konnte. Trainer Bennet Wiegert: „Mir ist es egal, ob es ein Spiel von hoher Qualität war, oder auch nicht. Ich weiß, dass wir besser spielen können. Allerdings schaffen wir es nicht, aber Handball ist ein Ergebnissport und wir haben dieses Spiel gewonnen. So etwas macht das Trainerherz glücklich und wir wollten den Sieg ein wenig mehr als Melsungen. Wir haben mehr Kämpfermentalität an den Tag gebracht. Das macht mich sehr glücklich, denn ich möchte ein Team trainieren, das mental stark ist und um jeden Zentimeter kämpft.“ Die LIQUI Moly Handball-Bundesliga ist super spannend. Keine Top-Mannschaft spielt überragend. Alles ist möglich. Als Tabellenvierter ist der SCM nur zwei Punkte hinter Spitzenreiter THW Kiel. „Es ist schwer, ein Fazit nach diesem Spiel zu ziehen, denn es war ein komisches Spiel. Es war kein Spitzenspiel“, analysierte Sky-Experte Stefan Kretzschmar. „Melsungen hat zwar gut verteidigt, bei dem Magdeburg wenige Lösungen finden konnte, aber Kleinigkeiten haben dieses Spiel entschieden. Magdeburg hatte mehr Kampfkraft und mehr Wille. Sie wollten dieses Spiel unbedingt gewinnen, aber es war nicht einfach. Magdeburg ist die Mannschaft der letzten zehn Minuten.“ Das ist eine große Stärke der Grün-Roten. Coach „Benno“ Wiegert: „Wir können es scheinbar nur eng und über die Crunchtime.“ Heute ist ein Regenerationstag für die SCM-Jungs, morgen am Heiligabend wird vormittags trainiert, wie auch am ersten Weihnachtsfeiertag. Danach geht es zum Auswärtsspiel am 26. Dezember (live 18 Uhr bei Sky) beim Tabellenletzten HSG Nordhorn-Lingen. Trainer Bennet Wiegert: „Wir bereiten uns professionell vor. Auch Nordhorn wird kein Schaulaufen.“

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